GEO vs. SEO: Was sich durch AI Overviews & KI-Suche wirklich ändert.

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Ferenc Collinet

GEO vs. SEO in kürze: SEO zielt auf Rankings und Klicks in klassischen Suchmaschinen. GEO zielt darauf, dass KI-Systeme Ihre Inhalte in Antworten nutzen und Sie als Quelle nennen. Dafür zählen neue Messwerte wie Nennungen, Quellenlinks, Tonalität und die Abdeckung wichtiger Nutzerfragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • GEO misst Mentions/Citations in KI-Antworten; SEO misst Rankings, CTR und organischen Traffic.
  • GEO arbeitet mit Prompts und Prompt-Abdeckung; SEO mit Keywords und Suchvolumen/Intents.
  • GEO-Tools: Prompt-Tests, Citation-Tracking, AI Share of Voice; SEO-Tools: Search Console, SERP-Tracking.
  • GEO misst auch Sentiment (Tonlage) je Prompt; SEO bewertet eher Klicks, Rankings, Conversions.
  • GEO trennt AI-Traffic und KI-Conversions; SEO wertet organische Besuche und Conversions getrennt aus.
  • GEO braucht Bot-Steuerung und Answer-Absätze; SEO braucht Crawling, Indexierung und saubere Seitenstruktur.

GEO vs SEO

SEO: SEO verbessert Inhalte, Technik und interne Verlinkung, damit Suchmaschinen Ihre Seiten verstehen, indexieren und Nutzer über bessere Rankings, Snippets und klare Antworten gezielt klicken können.

GEO: GEO gestaltet Inhalte so, dass KI-Systeme einzelne Absätze als Beleg nutzen, Sie nennen, die richtige URL verlinken und Ihre Marke in direkten Antworten korrekt einordnen.

Prompts vs Keywords

In GEO startet vieles mit Prompts: ganze Fragen oder Aufgaben in Chat-Systemen („Erklären Sie…“, „Vergleichen Sie…“, „Welche Option passt…?“). Die KI zerlegt diese Prompts oft in Unterfragen und sucht dafür passende Textstellen und Quellen.

In SEO startet fast alles mit Keywords: kurze Suchbegriffe oder Kombinationen, die Nutzer in Google eingeben. Sie optimieren Seiten so, dass Google die Suchintention erkennt und Ihr Ergebnis geklickt wird.

Suchvolumen vs. Prompt Volumen

In SEO können Sie relativ gut planen, weil es Daten gibt, wie oft ein Keyword pro Monat gesucht wird (Suchvolumen). Diese Zahlen kommen aus Tools und Schätzungen – sie sind nicht perfekt, aber sie geben eine Richtung.

In GEO gibt es das so nicht: Chat- und KI-Plattformen veröffentlichen (Stand 01.2026) in der Regel keine „Prompt-Zahlen“, also wie oft genau eine Frage gestellt wird. Einige Tools zeigen zwar „Prompt Volumen“, aber das sind meistens Modelle/Schätzungen, kein offizieller Wert.

Was wir daraus ableiten:

  • Nutzen Sie Keyword-Daten als Startpunkt, aber übersetzen Sie sie in echte Fragen (Prompts).
  • Priorisieren Sie Prompts nach Geschäftswert (Leads, Kaufabsicht) und nach Sichtbarkeit (Mentions/Citations).
  • Bauen Sie eine Prompt-Liste und prüfen Sie regelmäßig, ob Sie als Quelle auftauchen.

Das ist bei GEO neu im Vergleich zu SEO

Sie wollen in KI-Antworten auftauchen, als Quelle genannt werden und danach trotzdem messbar Ergebnisse sehen. Dafür brauchen Sie neue Kennzahlen und ein paar technische Grundlagen rund um KI-Bots, Quellen-Logik und Inhaltsaufbau.

Die Wichtigsten GEO Punkte

  1. AI Share of Voice
  2. Prompt-Abdeckung
  3. Citations
  4. Sentiment
  5. Content-Nutzung (Extraction)
  6. AI-Traffic
  7. KI-Conversions
  8. KI-Bots und Zugriff steuern
  9. Grounding am Prompt-Zeitpunkt
  10. Unterfragen-Suche (Query fan-out)
  11. Abschnitte statt ganze Seiten
  12. Optional: llms.txt und Text-/Markdown-Versionen

1. AI Share of Voice

Wie oft tauchen Sie in KI-Antworten zu Ihren wichtigsten Fragen auf – im Vergleich zu Ihren Wettbewerbern. Arbeiten Sie mit einer festen Fragenliste (z. B. 20 Fragen) und zählen Sie pro Frage, wer genannt wird und wer als Quelle verlinkt ist.

Wichtig: Messen Sie immer mit derselben Liste (z. B. monatlich), damit Sie echte Veränderungen sehen. Wenn Ihr Anteil fällt, fehlt im Endeffekt oft Inhalt, Klarheit oder Quellenfähigkeit (siehe E-E-A-T).

Externe Quellen: OpenAI – Bots, Google – AI features

2. Prompt-Abdeckung

Sie definieren eine feste Liste Ihrer wichtigsten Nutzerfragen und prüfen, ob Sie in KI-Antworten dafür überhaupt vorkommen. Im Endeffekt geht’s um Abdeckung statt nur um ein paar Zufallstreffer.

Wir empfehlen, die Fragen nach Themen zu gruppieren (z. B. Kosten, Vergleich, Voraussetzungen, Fehler). Dann sehen Sie schnell: Wo sind Sie schon präsent – und wo fehlt ein klarer Abschnitt, ein Beispiel oder eine saubere Erklärung. Das ist oft der schnellste Hebel, bevor man Inhalte groß umbaut.

Externe Quellen: Google – AI features, OpenAI – Bots

3. Citations

Citations sind Quellenlinks in KI-Antworten. Sie zeigen: Wird Ihre Website als Quelle genutzt – oder nur der Wettbewerb. Wichtig ist nicht nur „Link ja/nein“, sondern auch: Welche URL wird verlinkt (passt sie zur Frage oder führt sie nur auf die Startseite)?

Messen Sie das pro Frage und notieren Sie: Link vorhanden, verlinkte Seite, und ob Sie im Text als Quelle genannt werden. Wenn Sie das vertiefen wollen, passt das gut zu LLMO.

Externe Quellen: Google – AI features, Perplexity – How does it work?

4. Sentiment

Sentiment heißt: In welchem Ton spricht die KI über Ihre Marke – positiv, neutral oder kritisch. Wir messen das pro Frage, weil der Ton je nach Thema kippen kann.

Notieren Sie je Antwort: Tonlage, die 1–2 wichtigsten Aussagen über Sie und ob die KI etwas falsch darstellt (z. B. Leistungen, Preise, Voraussetzungen). Wenn es kritisch wird, fehlt oft eine klare Stelle auf Ihrer Website, die das sauber einordnet. Dann ziehen Sie genau diese Klarstellung nach.

Externe Quellen: Google – AI features

5. Content-Nutzung (Extraction)

Content-Nutzung meint: Ob KI-Systeme konkrete Sätze oder Zahlen aus Ihren Seiten übernehmen. Prüfen Sie das mit einer festen Fragenliste: Welche Passagen werden zitiert, sinngemäß übernommen oder als Aussage genutzt?

Notieren Sie pro Antwort die verwendete URL und den übernommenen Abschnitt. Wenn die KI Ihr Thema beantwortet, aber nie Ihre Inhalte nutzt, fehlt oft ein klarer, abgeschlossener Absatz (Definition, Vergleich, Schrittfolge) oder eine eindeutige Zahl/Regel, die man sauber übernehmen kann.

Externe Quellen: Google – AI features, Perplexity – How does it work?

6. AI-Traffic

AI-Traffic sind KI-Besuche, die aus Anwendungen wie ChatGPT oder Perplexity auf Ihre Website kommen. Das ist oft weniger als viele erwarten, aber es zeigt sehr klar: Welche Fragen lösen überhaupt noch einen Klick aus.

Messen Sie das getrennt, schauen Sie auf Einstiegsseiten und prüfen Sie die Qualität (z. B. Absprünge, nächste Seiten). Das passt auch in den Vergleich GEO vs. SEO: Sichtbarkeit in Antworten ist nicht automatisch gleich Besuch.

Externe Quellen: Search Engine Land – AI sends ~1% traffic, Google – AI features

7. KI-Conversions

KI-Conversions sind Abschlüsse (Anfrage, Kauf, Buchung), die aus Besuchen über KI-Anwendungen entstehen. Messen Sie das getrennt, damit es nicht im normalen Suchtraffic untergeht.

Sie brauchen klare Ziele (z. B. Kontaktformular gesendet, Termin gebucht) und eine Liste der KI-Referrer (z. B. chat.openai.com, perplexity.ai). Dann sehen Sie: Welche Einstiegsseiten aus KI wirklich abschließen – und wo Nutzer landen, aber nicht weiterkommen. Im Endeffekt ist das die Brücke von Nennung zu Ergebnis.

Externe Quellen: Google Analytics – Key events/Conversions, Google Analytics – Traffic source dimensions

8. KI-Bots und Zugriff steuern

Neben Googlebot gibt es bei GEO zusätzliche KI-Bots. Sie tauchen als eigene User-Agents in Logs auf und lassen sich meist über Regeln in Ihrer robots.txt steuern.

  • OAI-SearchBot: Ruft Seiten ab, um OpenAI-Suche mit aktuellen Quellen zu stützen. Wichtig für Sichtbarkeit in KI-Antworten; hat nichts mit Ihrem Google-Ranking zu tun.
  • GPTBot: Sammelt Inhalte für das Training von OpenAI-Modellen. Wenn Sie das nicht möchten, müssen Sie es getrennt von der KI-Suche steuern – über Regeln für diesen Bot.
  • ChatGPT-User: Wird aktiv, wenn ein Nutzer in ChatGPT eine Quelle öffnet. Das wirkt wie ein normaler Browser-Aufruf und taucht daher anders im Log auf als Crawler.
  • Google-Extended: Steuert, ob Google Inhalte für Gemini und andere KI-Funktionen nutzen darf. Das beeinflusst nicht Ihr Ranking in der normalen Google-Suche.

Merke: KI-Suche und Modelltraining sind oft getrennt steuerbar. Und: robots.txt ist kein Zugriffsschutz – für sensible Inhalte brauchen Sie Login oder echte Sperren.

Externe Quellen: OpenAI – Bots, Google – Google-Extended

9. Grounding am Prompt-Zeitpunkt

Grounding heißt: Die KI stützt ihre Antwort mit überprüfbaren Quellen. Praktisch sehen Sie das an Quellenlinks direkt in der Antwort.

Für Ihre Inhalte heißt das: Sie brauchen Abschnitte, die sich als Beleg eignen (klare Aussage, kurzer Kontext, am besten mit Daten oder Regeln). Sonst nimmt die KI lieber eine Seite, die sich leichter als Quelle nutzen lässt.

Externe Quellen: Gemini API – Grounding mit Google Search, Google Cloud – Grounding Überblick

10. Unterfragen-Suche (Query fan-out)

Bei Google AI Overviews und AI Mode kann eine Frage in mehrere Unterfragen aufgeteilt werden (Query fan-out). Google startet im Hintergrund mehrere verwandte Suchanfragen und baut daraus eine Antwort.

Für Sie heißt das: Inhalte müssen auch typische Unterpunkte abdecken (z. B. Voraussetzungen, Kosten, Unterschiede, Beispiele). Sonst kommt eine andere Quelle in die Antwort – obwohl Sie beim Hauptthema gut sind.

Externe Quellen: Google Search Central – AI features, Google PDF – AI Overviews & AI Mode

11. Abschnitte statt ganze Seiten

Bei GEO zählt oft der beste Absatz, nicht der beste Artikel. KI-Systeme ziehen passende Textstellen, bauen daraus Antworten und sehen dabei nur einen begrenzten Ausschnitt.

Regeln, die in der Praxis helfen: Kernantwort früh platzieren, pro Abschnitt eine klare Frage und eine klare Antwort, Begriffe einmal erklären und dann konsistent bleiben. Vermeiden Sie Sätze, die nur im Gesamtzusammenhang Sinn ergeben. So wird Ihr Inhalt eher übernommen – und korrekt.

Externe Quellen: Google – AI features, Perplexity – How does it work?

12. Optional: llms.txt und Text-/Markdown-Versionen

Wichtig! – llms.txt is gerade im Trend aber es gibt noch keine validen Tests die bestätigen, dass es wirklich Sinn macht.

Das ist optional und eher für große Wissensbereiche interessant. Eine llms.txt kann KI-Systemen die wichtigsten Einstiegsseiten zeigen. Eine einfache Text- oder Markdown-Version reduziert „Drumherum“ wie Navigation, Tabs oder Skripte.

Wenn Sie das testen: gleiche Inhalte, klare Struktur, keine zweite Version mit abweichenden Aussagen.

Externe Quellen: llms.txt Spezifikation, Answer.AI – llms.txt Vorschlag

SEO Search Engine OptimizationGEO Generative Engine Optimization
Ziel
  • Rankings & Klicks aus Google
  • Sichtbarkeit in „Blue Links“
  • Nennungen/Zitate in KI-Antworten
  • Sichtbarkeit in AI Overviews / Chat-Search
Fokus
  • Suchintention + SERP-Struktur
  • Indexierung & Snippet-Fähigkeit
  • Zitierfähigkeit + Kontext
  • klare Entities + „Answer-first“
Content-Form
  • Landingpages / Service-Seiten
  • Ratgeber / Guides (Evergreen)
  • Kategorie- & Produktseiten
  • Answer-Blocks (Kurzantwort + Quelle)
  • FAQ / How-to Snippets (zitierbar)
  • Definitionen + klare Entities
KPIs
  • Positionen, CTR, organischer Traffic
  • Conversions aus Organic
  • Mentions/Citations, Share of Voice
  • AI-Referrer (wo messbar), Sentiment
Plattformen / Engines
  • Classic Search (Google/Bing etc.)
  • SERP-Features (Snippets, PAA, Local Pack)
  • Discover / News (je nach Thema)
  • LLM-Chat: ChatGPT / Claude / Gemini
  • AI Search: Google AI Overviews
  • AI Search: Bing Copilot / Answer Engines (z.B. Perplexity)
Beispiele
  • „[Service] + [Stadt]“ (Local Intent)
  • „beste [Kategorie] 2026“ (Vergleich)
  • „Kosten / Dauer / Voraussetzungen“
  • „Was ist …?“ (Definition + Quelle)
  • „Welche Option ist besser für …?“ (Abwägung)
  • „Schritt-für-Schritt: …“ (kompakt, zitierbar)
Merksatz„Ich ranke.“„Ich werde zitiert.“

Wo entsteht Sichtbarkeit heute

SEO bleibt das Fundament: Google muss Ihre Seite finden, verstehen und indexieren. GEO kommt oben drauf – überall dort, wo eine KI direkt Antworten ausspielt und Quellen einblendet. Im Endeffekt geht es nicht mehr nur darum, wo Sie stehen, sondern ob Sie als Quelle in der Antwortfläche auftauchen.

Google AI Overviews

Was Nutzer sehen Google zeigt bei passenden Suchanfragen eine KI-Zusammenfassung direkt oben in der Suche – inklusive Links, mit denen Nutzer „tiefer“ in passende Detailseiten springen können.

SEO Perspektive

Damit Ihre Seiten überhaupt in Frage kommen, müssen die Basics stimmen: Inhalte müssen indexierbar sein, Google muss sie sauber verarbeiten können und die Seite sollte klar strukturiert sein.

GEO Perspektive

Hier entscheidet weniger „Platz 1“, sondern ob Google Ihre Seite als Supporting Link (Quelle) für die Antwort nutzt – und welche URL Google dafür auswählt. Oft gewinnt die Seite mit dem klarsten Absatz als Beleg.

Externe Quellen: Google Search Central: AI features and your website, Google Hilfe: AI Overviews

Google AI Mode

Was Nutzer sehen AI Mode ist eine dialogorientierte Suche: Nutzer fragen nach, bekommen eine Antwort und stellen direkt Folgefragen – ähnlich wie in einem Chat.

SEO Perspektive

Auch hier gelten die Voraussetzungen: Google muss Ihre Inhalte finden, verstehen und zuordnen können. Wenn Inhalte erst nach Klick sichtbar sind oder nicht sauber indexiert werden, wird es unnötig schwer.

GEO Perspektive

Weil Folgefragen eine große Rolle spielen, zählt nicht nur das Hauptthema. Ihre Inhalte müssen auch die typischen Unterpunkte abdecken – und Abschnitte liefern, die als Beleg funktionieren (klare Aussage, kurzer Kontext, konsistente Begriffe).

Externe Quellen: Google Search Central: AI features and your website, Google: AI Mode

Chat Suche mit Quellen

Was Nutzer sehen In der Chat-Suche bekommen Nutzer eine Antwort im Dialog – oft mit Quellenangaben. Je nach System sind das Zitate, eine Quellenliste oder direkt klickbare Links.

  • ChatGPT Search: Antwort mit Zitaten und einer Sources-Übersicht.
  • Perplexity: Antworten mit nummerierten Quellenhinweisen.
  • Copilot: Antworten mit sichtbaren Quellen und Zitaten.

SEO Perspektive

Damit Sie überhaupt als Quelle genutzt werden können, muss Ihre Seite für die jeweiligen Systeme erreichbar sein (Crawl- und Zugriffskontrolle über Bots/robots.txt) – und der Inhalt muss als Text klar auslesbar sein.

GEO Perspektive

Hier zählt „Quelle sein“ besonders stark. Wir brauchen Abschnitte, die man sauber übernehmen kann: Antwort früh, Kontext dazu, Begriffe konsistent, und idealerweise ein konkreter Beleg (Zahl, Regel, Definition).

Externe Quellen: OpenAI Help Center: ChatGPT search, OpenAI: Introducing ChatGPT search, Perplexity Help Center: How does Perplexity work?, Microsoft Copilot Blog: Bringing the best of AI search to Copilot

Sichtbarkeit auch wenn niemand klickt

In der klassischen Google-Suche entsteht Sichtbarkeit vor allem über Impressionen und Klicks. Mit KI-Flächen kommt eine zweite Ebene dazu: Nutzer lesen Antworten direkt in der Suche – und klicken oft seltener.

SEO in Google

In der SEO-Perspektive geht es darum, dass Ihre Seiten in der Suche erscheinen und Nutzer auf Ihr Ergebnis klicken. Typische Signale dafür sind:

  • Impressionen (Sie werden angezeigt)
  • Klicks und CTR (Nutzer klicken Ihr Ergebnis)
  • Conversions (der Klick führt zu einem Ergebnis)

KI in Google und Chat Suche

Mit AI Overviews, AI Mode und Chat-Suche entsteht Sichtbarkeit direkt in der Antwortfläche. Nutzer bekommen die Kernaussage sofort – oft ohne weiteren Klick. Aus GEO-Perspektive zählt deshalb:

  • Werden Sie genannt und als Quelle verlinkt (Supporting Link/Citation)?
  • Wird die richtige URL gezogen (die die Frage wirklich beantwortet)?
  • Ist der Absatz so klar, dass er als Beleg funktioniert (Antwort zuerst, kurzer Kontext, konsistente Begriffe)?

Wichtig: Google weist darauf hin, dass Klicks und Impressionen aus KI-Flächen in der Search Console im Web Report mitgezählt werden – ohne eigenen Filter (siehe Google Search Central: AI features and your website).

Was bedeutet Sichtbarkeit ohne Klick

Wenn Nutzer die Antwort direkt in Google oder in einer Chat-Suche lesen, passiert oft kein Klick – aber Sie sind trotzdem sichtbar.

  • Aus SEO-Sicht heißt das: Sie bekommen vielleicht weniger Klicks, obwohl Sie „da“ sind (Impressionen).
  • Aus GEO-Sicht heißt das: Wenn Sie in der Antwortfläche genannt und als Quelle verlinkt werden, prägen Sie die Entscheidung – auch ohne Besuch.

Was heißt das für GEO und SEO

  • SEO bleibt die Basis: Technik, Indexierung und Struktur bringen Sie überhaupt in die Systeme.
  • GEO hängt daran dran: Wir nutzen das SEO-Fundament, damit Sie in Antworten als Quelle auftauchen.
  • Bei vielen Informationsfragen zählt Sichtbarkeit ohne Klick: Hier werden Mentions und Citations wichtiger.
  • Bei Vergleichen, Kaufentscheidungen und komplexen Themen bleibt der Klick entscheidend.
  • Deshalb: Inhalte so bauen, dass Sie zitiert werden – und der nächste Schritt auf der Seite klar ist.

So werden Sie in KI-Antworten eher genannt

Keywords in Überschriften reichen nicht mehr. Wenn Sie in KI-Antworten als Quelle auftauchen wollen, müssen Ihre Inhalte so geschrieben sein, dass sie schnell verstanden und sauber übernommen werden. Im Endeffekt braucht es dafür 3 Dinge: zitierfähige Abschnitte, klare Struktur, saubere Technik und sichtbare Vertrauenssignale.

1. Content-Design: Inhalte zitierfähig machen

1.1 Antwort zuerst

Wenn eine Überschrift eine Frage stellt, kommt die Antwort sofort – ohne Warm-up. Im Endeffekt brauchen Sie dafür 2–3 Sätze: klare Aussage + kurzer Rahmen („gilt wann / für wen“) + wichtigste Einflussfaktoren. Beispiel als Muster: „Was kostet X?“ → „X liegt meist zwischen … und … . Entscheidend sind … und … .“ Danach dürfen Sie ins Detail gehen. So geben Sie der KI einen Block, den sie sauber übernehmen kann, ohne dass sie erst 800 Wörter „suchen“ muss.

1.2 Abschnitte statt Textwüste

KI-Systeme greifen oft einzelne Absätze heraus. Deshalb sollten Abschnitte allein verständlich sein. Heißt: pro Abschnitt eine klare Überschrift, ein kurzer Einstiegssatz und dann die Aussage – gerne als Liste, wenn es Fakten sind. Vermeiden Sie Text, der nur mit dem vorherigen Abschnitt Sinn ergibt („wie oben erklärt …“). Wir wollen, dass jemand einen Abschnitt isoliert liest und trotzdem versteht, worum es geht. Das hilft nicht nur GEO, sondern ganz normal auch der Lesbarkeit.

1.3 Vergleiche sauber aufbauen (z. B. GEO vs. SEO)

Wenn Sie „GEO vs. SEO“ erklären, braucht die Logik eine klare Reihenfolge – sonst wird’s für Mensch und Maschine schwammig. Am besten so: Definition SEO, Definition GEO, dann Unterschiede nach 3–5 festen Kriterien (z. B. Ziel, Oberfläche, Messung, Inhalt, Ergebnis) und am Ende ein kurzer Satz: „Wann ist was wichtiger?“ Eine kleine Tabelle ist hier oft besser als Fließtext. So geben Sie eine Struktur, die KI-Antworten gerne übernehmen – und Sie werden eher als Quelle genutzt.

1.4 Vertrauenssignale sichtbar machen

KI kann Inhalte falsch zuordnen – vor allem, wenn nicht klar ist, wer etwas sagt und wie aktuell es ist. Deshalb sollten die Basics sichtbar sein: Autor (echte Person), Aktualisierungsdatum, Quellen für Zahlen/Studien, und bei heiklen Aussagen ein kurzer Hinweis, worauf sich das stützt. Das ist kein „nice to have“, sondern hilft dabei, dass Ihre Inhalte als verlässlich eingeordnet werden. Wenn Sie wollen, verlinken wir an der Stelle einmal auf E-E-A-T, weil das den Zusammenhang schnell erklärt.

Externe Quelle: Google Search Central zu AI-Features

2. Struktur & Technik: So können KI-Systeme Ihre Inhalte sauber lesen

2.1 Indexierbarkeit: Ohne das läuft nichts

Wenn Google Ihre Seite nicht sauber indexieren kann, werden Sie auch in KI-Flächen selten als Quelle gezogen. Prüfen Sie deshalb die Basics: liefert die URL einen 200-Status, ist sie nicht aus Versehen auf noindex, zeigt die Canonical-URL auf die richtige Seite? Und: Gibt es mehrere Versionen derselben Seite (Parameter, Filter, Druckversion), die Google verwirren? Im Endeffekt wollen wir, dass es genau eine klare Haupt-URL gibt, die Google versteht und priorisiert.

2.2 Renderbarkeit: Inhalte müssen als Text ankommen

Viele Seiten sehen für Menschen gut aus, aber technisch kommt kaum Text an – weil Inhalte erst spät per Skript nachgeladen werden. Für KI-Systeme ist das oft ein Problem. Am besten ist: Der wichtigste Inhalt steht direkt im HTML und ist auch ohne „extra Klick“ sichtbar. Prüfen Sie außerdem Überschriften-Struktur (H2/H3), saubere Absätze und keine Inhalte, die erst nach Interaktion erscheinen. Wenn Sie hier sauber sind, wird Ihr Inhalt nicht nur besser verstanden, sondern auch stabiler als Quelle genutzt.

2.3 Barrieren: Wenn Inhalte „hinter etwas“ liegen

Alles, was Inhalte versteckt, kostet Sichtbarkeit. Typische Fälle: harte Cookie-Walls, Login, „Bitte akzeptieren“-Overlays, Tabs/Akkordeons, die den Kerninhalt erst nach Klick zeigen, oder Skripte, die Bots aussperren. Wir wollen nicht alles „offen“ machen – aber wir wollen die entscheidenden Inhalte so platzieren, dass sie ohne Hürden erreichbar sind. Für sensible Bereiche gilt: robots.txt ist kein Schutz. Dann braucht es echte Sperren (Login, Rechte, technische Zugriffe).

2.4 Strukturierte Daten: Klare Etiketten für Maschinen

Strukturierte Daten sind im Endeffekt Etiketten, die helfen, Inhalte eindeutig einzuordnen. Nutzen Sie sie nur dort, wo sie wirklich passen: FAQPage für echte Fragen/Antworten, Article (Autor, Datum), Organization (Marke, Logo, Profile). Wichtig: Keine Fake-FAQs, kein Markup „auf Verdacht“. Wenn Markup und Inhalt nicht zusammenpassen, wirkt es schnell unzuverlässig. Sauber umgesetzt hilft es, dass Systeme schneller erkennen: „Das ist eine Frage“, „das ist die Antwort“, „das ist die Quelle“.

2.5 Interne Verlinkung: Kontext statt Inseln

KI zieht oft einzelne Absätze. Interne Links helfen, diese Absätze in Ihren Themenkontext zu setzen. Am besten: Verlinken Sie pro Artikel nur die wichtigsten Begriffe einmal – zur passenden Erklärung oder zur nächsten vertiefenden Seite. So zeigen Sie: „Das gehört zusammen.“ Das ist nicht nur SEO, sondern auch hilfreich für GEO, weil Systeme Zusammenhänge besser erkennen. Und ganz praktisch: Wenn ein Absatz als Quelle genutzt wird, führt der Link den Nutzer direkt zum passenden Detail – nicht irgendwohin.

Externe Quellen: Google Search Central zu KI-Features, Google Doku zu strukturierten Daten

3. Reputation & Brand: Erwähnungswürdigkeit erhöhen

3.1 Erwähnungen außerhalb Ihrer Website

In SEO waren externe Signale oft „Links und Rankings“. In GEO zählt zusätzlich, wo und wie Ihre Marke im offenen Web vorkommt – weil KI-Antworten häufig mehrere Quellen kombinieren und Quellen sichtbar machen. Wir wollen deshalb: Ihr Markenname, Ihre Leistung und Ihr Thema tauchen konsistent außerhalb Ihrer Domain auf (gleiche Schreibweise, klare Einordnung). Am besten starten Sie pragmatisch mit wenigen, aber passenden Stellen: Fachmedien/Verbände, Gastbeiträge/Interviews, seriöse Branchenprofile. Keine Massen-Verzeichnisse – lieber Qualität statt Menge.

Externe Quellen: Google – Helpful Content & E-E-A-T, OpenAI – ChatGPT Search (Quellen)

3.2 Bewertungen und Tonalität

KI nennt Marken nicht nur, sie übernimmt oft auch den Ton aus dem Umfeld. Viele negative Bewertungen oder wiederkehrende Kritik können dazu führen, dass Sie zwar auftauchen, aber nicht empfohlen werden. Für GEO heißt das: Bewertungen aktiv pflegen (wo Ihre Kunden wirklich bewerten), sichtbar reagieren und typische Probleme sauber lösen. Wenn es häufig dieselbe Frage ist, machen Sie daraus eine klare FAQ oder einen kurzen Prozess-Abschnitt („So läuft Reklamation / Rückgabe“). Im Endeffekt soll der Kontext stimmen: Wenn Ihre Marke genannt wird, dann nachvollziehbar und positiv.

Externe Quelle: Google – Helpful Content & E-E-A-T

90-Tage-Plan (System bauen)

Nachdem du die ersten schnellen Erfolge gesichert hast, geht es darum, deine GEO-Aktivitäten in ein System zu überführen. Eine nachhaltige GEO Roadmap sorgt dafür, dass du nicht nur punktuell, sondern dauerhaft in KI-Antworten sichtbar bist.

  • Prompt-Library ausbauen: Beginne damit, deine wichtigsten Suchanfragen nach Nutzerintention zu gruppieren (Informations-, Transaktions- und Navigations-Cluster). Beobachte systematisch, welche Antworten die KI für diese Anfragen liefert.
  • Content-Hubs aufbauen: Erstelle gezielt Inhalte, die als zentraler Wissens-Hub für deine Themen dienen. Dazu gehören Glossare mit klaren Definitionen, detaillierte Vergleiche und praxisnahe Anleitungen, auf die du immer wieder verweisen kannst.
  • Offpage Mentions strategisch angehen: Entwickle eine klare Strategie für Erwähnungen außerhalb deiner Website. Kooperationen mit Partnern, digitale PR und aktives Community-Management erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die KI deine Marke als relevant einstuft.
  • Monitoring-System etablieren: Richte ein AI Visibility Dashboard ein, das deine wichtigsten Keywords und die Präsenz deiner Marke in den KI-Antworten überwacht. Lege eine feste Reporting Cadence fest – zum Beispiel einen monatlichen Review-Zyklus – um deine Strategie basierend auf den gewonnenen Daten kontinuierlich zu verbessern.

Fazit

GEO ersetzt SEO nicht – aber SEO allein reicht oft nicht mehr

Wir haben viel über Technik, Content und neue Algorithmen gesprochen. Am Ende des Tages läuft es auf eine simple Wahrheit hinaus: Wir müssen aufhören, in Lagern zu denken. Es gibt kein „Entweder-oder“ zwischen klassischer Suchmaschinenoptimierung und der neuen generativen Welt.

SEO bleibt dein Fundament. Ohne saubere Technik, Indexierung und Crawlability existierst du für Google schlicht nicht. Aber SEO allein reicht in Zukunft oft nicht mehr aus, um wirklich gesehen zu werden. GEO ist der entscheidende Layer obendrauf, der sicherstellt, dass du in den direkten Antworten der KI auch stattfindest. Wer SEO und GEO kombinieren kann, baut sich einen echten Wettbewerbsvorteil auf.