Noindex vs Nofollow

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Ferenc Collinet

Haben Sie schon einmal eine wichtige Seite Ihrer Website aus Versehen „unsichtbar“ gemacht? Der Traffic bricht plötzlich ein, und Sie wissen nicht, warum. Oft ist die Ursache ein winziges, aber folgenschweres Häkchen in den WordPress-Einstellungen: noindex.

Die Steuerung der Indexierung ist ein zentraler Teil des technischen SEO. Doch die Begriffe noindex, nofollow, robots.txt und canonical werden oft durcheinandergeworfen. Das führt zu Fehlentscheidungen, die im schlimmsten Fall Ihre Sichtbarkeit bei Google komplett ruinieren können.

Keine Sorge, das muss nicht sein. Wir erklären Ihnen klar und verständlich den Unterschied zwischen noindex und nofollow, zeigen Ihnen, wann Sie welches Werkzeug wirklich brauchen, und wie Sie typische WordPress-Fallen sicher umgehen.

Kurzdefinition (Noindex vs Nofollow) – ohne Verwechslungen

Lassen Sie uns die beiden Begriffe direkt am Anfang sauber trennen. Sie steuern zwei völlig unterschiedliche Dinge.

noindex ist eine Seitenanweisung für den Index.
Sie sagen Google damit: „Bitte nimm diese spezifische Seite nicht in deine Suchergebnisse auf.“ Die Seite bleibt für Nutzer erreichbar, aber sie soll nicht über die Google-Suche gefunden werden.

  • HTML-Code: <meta name="robots" content="noindex">
  • Analogie: Sie haben ein Haus (Ihre Website), aber ein bestimmtes Zimmer (die Seite) soll nicht im offiziellen Grundriss (dem Google-Index) auftauchen.

nofollow ist eine Anweisung für Links.
Sie sagen Google damit: „Folge diesem spezifischen Link nicht und werte ihn nicht als Empfehlung (gib keine Autorität weiter).“ nofollow gibt es auf zwei Ebenen:

  1. Als Link-Attribut (häufig): rel="nofollow" wird an einen einzelnen Link gehängt.
  2. Als Seitenanweisung (selten): <meta name="robots" content="nofollow"> sagt Google, es soll allen Links auf der gesamten Seite nicht folgen.
  • Analogie: Sie haben ein Zimmer mit mehreren Türen (Links). Bei einer Tür mit nofollow-Schild hängt der Hinweis: „Geh hier nicht weiter und beachte nicht, wohin diese Tür führt.“

Ein typisches Missverständnis: Eine Danke-Seite nach einer Newsletter-Anmeldung soll nicht in Google erscheinen. Hier ist noindex die richtige Wahl. Die Links auf dieser Seite (z.B. zur Startseite oder zum Blog) sollten aber ganz normal funktionieren. Ein pauschales nofollow wäre hier falsch.

Noindex richtig nutzen (Top-Einsatzfälle + No-Gos)

noindex ist ein mächtiges Werkzeug, um Ihren Index sauber zu halten. Sie sollten es für alle Seiten verwenden, die für Nutzer, aber nicht für die organische Suche gedacht sind.

Typische Noindex-Kandidaten:

  • Danke-Seiten & Bestätigungsseiten: Nach einem Kauf oder einer Anmeldung. Diese Seiten haben keinen Wert in den Suchergebnissen.
  • Interne Suchergebnisseiten: Wenn ein Nutzer auf Ihrer Seite sucht, erzeugt das oft URLs wie /?s=suchbegriff. Diese dünnen Ergebnisseiten will man nicht im Index haben.
  • Admin- und Login-Bereiche: Der WordPress-Login oder passwortgeschützte Bereiche sind für die Öffentlichkeit irrelevant.
  • Test- und Staging-Umgebungen: Eine der häufigsten Fehlerquellen! Eine Kopie Ihrer Webseite, die zur Entwicklung genutzt wird, muss zwingend auf noindex stehen, um massiven Duplicate Content zu vermeiden.
  • Sehr dünne Archivseiten: In WordPress können Tag- oder Datums-Archive entstehen, die nur ein oder zwei Beiträge enthalten. Wenn diese keinen Mehrwert bieten, ist noindex eine gute Option, um Thin Content zu vermeiden.

Absolute No-Gos für Noindex:

Hier dürfen Sie das noindex-Häkchen unter keinen Umständen setzen:

  • Ihre wichtigsten „Money Pages“ (Leistungsseiten, Produktseiten).
  • Ihre Startseite.
  • Wichtige Hub-Seiten oder Hauptkategorien.
  • Alle Artikel, die für organischen Traffic sorgen sollen.

Ein versehentlich gesetztes noindex auf einer dieser Seiten ist wie das Zusperren der Eingangstür Ihres Geschäfts. Der Traffic wird einbrechen. Prüfen Sie das regelmäßig!

Nofollow richtig nutzen (realistisch & sparsam)

Seit nofollow vor vielen Jahren eingeführt wurde, um Kommentar-Spam zu bekämpfen, hat sich seine Rolle verändert. Intern, also für Links innerhalb Ihrer eigenen Webseite, ist nofollow fast nie sinnvoll.

Warum? Weil Sie damit die Weitergabe von Link-Autorität und Kontextsignalen blockieren. Sie sabotieren Ihre eigene interne Verlinkung und machen es Google schwerer, die Struktur Ihrer Seite zu verstehen. Verlinken Sie eine Seite intern nicht, wenn Sie ihr nicht vertrauen.

Realistische Nofollow-Einsatzfälle:

  • Bezahlte Links oder Werbung (Sponsored): Wenn Sie einen Link verkaufen, müssen Sie ihn laut Google-Richtlinien als sponsored (oder nofollow) kennzeichnen.
  • Nutzergenerierte Inhalte (UGC): Links, die Nutzer in Kommentaren oder Forenbeiträgen posten, sollten standardmäßig nofollow (oder besser ugc) sein, da Sie deren Qualität nicht kontrollieren können. WordPress macht das automatisch.
  • Links, für die Sie nicht bürgen wollen: Wenn Sie auf eine Seite verlinken müssen, deren Inhalt Sie aber nicht als Empfehlung werten wollen, kann nofollow eine Option sein.

Vermeiden Sie es, interne Navigationslinks oder Links im Fließtext auf nofollow zu setzen. Das ist ein veralteter Ansatz, der mehr schadet als nützt.

Noindex vs. robots.txt vs. Canonical vs. Redirect (Entscheidungshilfe)

Jetzt wird es spannend. Wann nutzen Sie welches Werkzeug aus dem technischen SEO-Kasten? Jedes hat eine andere Aufgabe.

WerkzeugAufgabeWann nutzen?
Robots.txtCrawl-SteuerungSie wollen verhindern, dass Google bestimmte Bereiche Ihrer Seite überhaupt betritt (crawlt).
NoindexIndexierungs-SteuerungGoogle darf die Seite crawlen, aber nicht in den Suchergebnissen anzeigen.
Canonical TagURL-PriorisierungEs gibt mehrere Versionen einer Seite; diese eine ist die Hauptversion (bevorzugte URL).
301-RedirectPermanente WeiterleitungEine Seite ist dauerhaft umgezogen; alle Nutzer und Bots sollen zur neuen URL.

Die wichtigste Kombi-Falle: noindex + disallow in der robots.txt
Blockieren Sie eine URL in der robots.txt, kann Google die Seite nicht mehr crawlen. Folglich kann der Bot auch den noindex-Tag auf dieser Seite nicht mehr sehen. Das Ergebnis: Die URL bleibt möglicherweise im Index, obwohl Sie sie entfernen wollten. Die korrekte Vorgehensweise zum Entfernen einer Seite ist: noindex-Tag setzen und die Seite in der robots.txt nicht blockieren.

Quickcheck: 10 WordPress-Fallen (und wie du sie findest)

Gerade in WordPress lauern viele Stolperfallen, die zu ungewollten Indexierungsproblemen führen. Hier ist Ihre Checkliste:

  1. Das globale „Sichtbarkeits“-Häkchen: Unter „Einstellungen > Lesen“ gibt es die Option „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“. Ist das bei Ihrer Live-Seite aktiviert, wird die gesamte Seite auf noindex gesetzt. Ein absoluter Traffic-Killer.
  2. Noindex auf einzelnen Seiten/Beiträgen: In den Einstellungen vieler SEO-Plugins (Yoast, RankMath) können Sie pro Seite noindex setzen. Prüfen Sie Ihre wichtigsten Seiten darauf.
  3. Falsch konfigurierte Archive: Viele Themes oder Plugins setzen Tag-, Datums- oder Autoren-Archive standardmäßig auf noindex. Das kann sinnvoll sein, aber nicht, wenn diese Archive für Sie Traffic generieren.
  4. Vergessene Staging-Einstellungen: Nach dem Go-live einer neuen Website wird oft vergessen, das noindex-Tag der Entwicklungsumgebung zu entfernen.
  5. Attachment-Seiten im Index: WordPress erstellt für jedes Bild eine eigene Seite. Diese dünnen Seiten sollten entweder per noindex ausgeschlossen oder auf den Beitrag weitergeleitet werden, in dem das Bild verwendet wird.
  6. Parameter-URLs nicht behandelt: Filter- oder Tracking-Parameter erzeugen Duplikate. Werden diese nicht per Canonical Tag oder robots.txt gesteuert, müllen sie den Index zu.
  7. Paginierte Seiten falsch behandelt: Ein pauschales noindex auf Seite 2, 3 etc. kann die Discovery tiefer liegender Inhalte behindern.
  8. Versehentliches noindex im Template: Ein Entwickler baut noindex fest in ein Seiten-Template ein, und plötzlich sind alle Seiten dieses Typs aus dem Index verschwunden.
  9. Orphan Pages kombiniert mit noindex: Eine Seite, die nicht intern verlinkt ist und zusätzlich auf noindex steht, wird Google kaum wiederfinden.
  10. Inkonsistente Signale: Eine Seite wird per Canonical Tag auf eine andere URL verwiesen, hat aber gleichzeitig einen noindex-Tag. Das verwirrt Google.

FAQ: Häufige Fragen zu Noindex & Nofollow

Ist es okay, eine Seite in der robots.txt zu blockieren UND auf noindex zu setzen?
Nein, das ist ein Widerspruch. Damit Google den noindex-Befehl lesen kann, muss die Seite crawlbar sein. Entfernen Sie den Block in der robots.txt.

Ist nofollow für interne Links jemals sinnvoll?
Extrem selten. In 99,9 % der Fälle sollten Sie interne Links nicht auf nofollow setzen. Es behindert die Verteilung von Autorität auf Ihrer eigenen Seite.

Was ist der X-Robots-Tag?
Das ist die Alternative zum Meta-Robots-Tag, die im HTTP-Header gesendet wird. Damit können Sie auch Nicht-HTML-Dateien wie PDFs oder Bilder auf noindex setzen.

Sollte ich Danke-Seiten immer auf noindex setzen?
Ja. Sie bieten keinen Mehrwert in der Suche und können Ihre Conversion-Daten verfälschen, wenn sie organischen Traffic erhalten.

Fazit: Die richtigen Schalter zur richtigen Zeit

noindex und nofollow sind keine Allzweckwaffen, sondern präzise Werkzeuge. noindex ist Ihr Schalter, um den Google-Index sauber zu halten. nofollow ist ein dezenter Hinweis für ausgehende Links, den Sie intern kaum benötigen.

Wenn Sie die Unterschiede kennen und die Werkzeuge im richtigen Kontext einsetzen, vermeiden Sie katastrophale Fehler und sorgen für eine saubere, verständliche Struktur. Das ist die Grundlage für stabile Rankings und nachhaltigen SEO-Erfolg.

Sind Sie unsicher, ob Ihre Indexierungs-Regeln korrekt sind? Fliegen bei Ihnen vielleicht unbemerkt wichtige Seiten aus dem Index?
Wir bringen Ordnung in Ihr Setup. Mit einem Indexierungs-Regeln Audit für WordPress prüfen wir Ihre Webseite auf typische Fehler, decken widersprüchliche Signale auf und stellen sicher, dass Google genau die Seiten indexiert, die Ihnen Traffic und Kunden bringen.